September 8, 2011

IT in der Medizin

Arztpraxen kommen nicht ohne EDV aus, da sie in diesem Bereich eine besonders hohe Rolle spielt. Am Empfang stehen mindestens zwei PCs, an denen die Arzthelferinnen ihre Arbeit verrichten.
Die Patientendaten finden sich nicht mehr (nur) in Akten, sondern in Dateien auf einer Festplatte, um sie schnell abrufen und an andere Arztpraxen schicken zu können. Alles muss schnell gehen, weder Arzt noch Helfer haben Zeit, sich lange nur mit der Dokumentation zu befassen, sondern müssen dafür sorgen, dass das gefüllte Wartezimmer, z.B. beim Urologe in Berlin, nach und nach weniger gefüllt ist.

Durch die passende Hard- und Software werden Termine geplant, Stammdaten erfasst, Kosten abgerechnet, Befunde dokumentiert, es wird mit anderen Ärzten kommuniziert, es werden Überweisungen geschrieben und gedruckt und vieles mehr. Auch die neue Gesundheitskarte (eGK), die für alle Versicherten ab 1. Oktober 2011 eingeführt wird, kommt nicht mehr ohne passende Lesegeräte in den Arztpraxen aus. Diese sollten eine Zulassung durch die Betreibergesellschaft Gematik haben, deren Praxen dafür dann auch eine Förderung erhalten können. Durch die neue Karte sollen die Kontakte zwischen Leistungserbringer, Arzt, Apotheke und Krankenkassen erleichtert werden. Neben Pflichtdaten, wie Name, Anschrift und Geburtsdatum, können auf der neuen Karte auch medizinische Daten zum Krankheitsverlauf gespeichert werden, die jedoch freiwillig sind. Damit wäre es jedoch auch möglich, sich elektronische Rezepte ausstellen zu lassen und eine Notfallnummer anzugeben.

Um einen Missbrauch zu verhindern, wird die Karte zudem mit einem Farbfoto versehen, wie man es auch vom Personalausweis kennt. Auch, wenn viele die Karte aufgrund von Datenschutzängsten ablehnen, wird sie eingeführt und soll die Arbeiten untereinander erleichtern. Die Frage ist nur, ob man sich als Patient tatsächlich noch von seinem Arzt verstanden und gut behandelt fühlt oder eher wie eine Nummer durchs Leben irrt, die ohne elektronische Gesundheitskarte nichts mehr Wert ist. Arztpraxen kommen auf jeden Fall nicht ohne IT aus, worüber man sich als Patient meist jedoch eh keine Gedanken macht.

Hinterlasse einen Kommentar